Hinterfragt: R466A die neue Alternative für R410A?

Honywell arbeitet an einem alternativen Kältemittel für R410A, so berichtete die Cooling Post. Demnach befindet sich unter der hausinternen Bezeichnung „Solstice N41“ das  Kältemittelgemisch (A1) R466A in der Entwicklung. Es wird von einem nicht brennbaren und nicht entflammbaren Kältemittelgemisch gesprochen.

R466A | Der Retter in der Not?

Derzeit kursiert die Hoffnung auf R466A als nichtbrennbare Alternative für das Hoch-GWP-Kältemittel R410A (GWP 2088). R466A bzw. Solstice N41, wie es Honywell nennt, ist ein Kältemittelgemisch mit einem GWP-Wert von 730 und folgender Zusammensetzung:

  • R32 (49%)
  • R125 (11,5 %)
  • CF3I (39,5 %)

 

Offizielle Aussagen zu diesem Thema sind seitens Honywell bisher nicht bekannt. Gemäß der aktuellen Kältemittelsituation ist unsere Empfehlung weiterhin auf solide und zukunftssichere Systemalternativen zu setzen, wie Kaltwassersätze und/oder Hybridsysteme. Kältemittelalternativen, wie z.B. R466A mit einem GWP über 150 bieten keine langfristigen Lösungen.

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R466A | Blick in die Praxis

Aus Anwendungssicht soll R466A ähnliche thermodynamische Eigenschaften wie R410A aufweisen und ein geeigneter Ersatz für das Kältemittel R410A sein. Theoretisch könnte R466A, als nicht brennbares Kältemittel, demnach für größere Anlagen, wie Multisplit- und VRF-Systeme eingesetzt werden.

Das klingt äußerst vielversprechend. Dennoch sollten offensichtliche Kritikpunkte am Kältemittelgemisch R466A, die sich bei näherer Betrachtung in der Praxis ergeben, nicht außer Acht gelassen werden:

(1)  Die mit fast 40 Prozent enthaltene Substanz CF3I (Trifluoriodmethan) weist, wenn auch nur im geringen Ausmaß, ein Ozonzerstörungspotential (ODP) auf. Ozonschädliche Substanzen dürfen wiederum keine Verwendung mehr finden. Das Umweltbundesamt wird voraussichtlich eine Einführung entsprechend zu verhindern wissen.

(2) CF3I ist ein farbloses, nicht brennbares, lichtempfindliches aber auch jodhaltiges Gas. Die Jodhaltigkeit wird aus umwelttechnischer Sicht ebenfalls nicht förderlich für eine Einführung sein.

(3) Mit einem GWP-Wert von 733 ist R466A bestenfalls eine Übergangslösung, wenn zukünftige Quotenreduzierungen ernsthaft berücksichtigt werden.

(4) Mehrstoffkältemittel weisen häufig einen hohen Temperaturgleit auf, das sich nachteilig auf eine problemlose Anwendung auswirken kann. Zusätzlich erschwert es herstellerseitig die notwendigen Freigaben für betroffene Komponenten.

Fazit

Inwiefern R466A tatsächlich den Markt erreicht, und sich gegebenenfalls dann auch noch als Drop-in-Kältemittel für R410A eignet, ist offen. Bis dahin dürfen wir die Augen nicht verschließen - zukunftssichere Lösungen sowie Alternativen sind bereits vorhanden und müssen nur umgesetzt werden!

Bei Fragen zum Thema "Zukunftssichere Systemvarianten" sind wir jederzeit für Sie da. Unsere Niederlassungen vor Ort sind Ihnen gern behilflich!

Medienberichten zufolge ist mit der Einführung von R466A frühestens 2019 zu rechnen - wir sind gespannt und halten Sie auf dem Laufenden!

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Frigotechnik: Die Frigotechnik Handels-GmbH ist seit 1928 eines der führenden Großhandelsunternehmen für Kälte- und Klimatechnik. Mit 18 Niederlassungen in Deutschland, den Niederlanden und Schweden bietet das Unternehmen flächendeckend maßgeschneiderte Kälte- und Klimalösungen aus einer Hand an. Regionale Nähe verbunden mit einem modernen Logistikkonzept gewährleistet die optimale Versorgung unserer Kunden. In der eigenen Produktionsstätte in Bad Hersfeld entwickelt und produziert Frigotechnik innovative Kältesysteme nach Kundenwunsch; Verbundverdichter- und Flüssigkeitskühlsätze in modularer Bauweise, in Einzel- oder Serienproduktion, bilden hierbei den Schwerpunkt unserer Fertigungsleistung.